Il Piccolo
Mit „Marco Cavallo“ durch die Stadt
Das Fest der Patienten der Psychatrischen Klinik
Il Piccolo
Der gestrige Sonntag war für die Patienten der psychiatrischen Klinik kein Sonntag wie jeder andere: Sie sind hinausgegangen und haben eine fröhliche öffentliche Veranstaltung organisiert, zu der sie die Bürger eingeladen haben.
Das Fest stand im Zeichen eines großen blauen Pferdes aus Gips und Pappmaché, „Marco Cavallo“ (das Tier, das bis vor einiger Zeit den Wagen mit der Wäsche für die Wäscherei des Krankenhauses zog). Das Pferd wurde von einem Team junger Künstler, wie sie sich selbst bezeichnen, entworfen und gebaut. Sie hatten auf Einladung des Krankenhausdirektors Prof. Basaglia seit anderthalb Monaten in einem alten, seit Langem ungenutzten Gebäude des Krankenhauskomplexes an einem Projekt zur Förderung der Ausdrucksfähigkeit der Patienten gearbeitet. Dabei sind 500 handgemalte Plakate entstanden, die in der Stadt aufgehängt wurden und das gestrige Fest ankündigten, sowie die Idee des Pferdes, einer märchenhaften Figur aus einer Geschichte, deren Handlung gemeinsam mit den Patienten entwickelt wurde und in der das große blaue Pferd eine Rolle der „Befreiung“ für die „Ausgeschlossenen“ spielen soll.
Die Geschichte, die also innerhalb des Krankenhauses entstanden ist, sollte nun außerhalb erzählt werden – im Rahmen der Initiativen, die das Team von Prof. Basaglia ins Leben gerufen hatte, um einen Dialog zwischen der Welt der „Ausgeschlossenen“ und der „Eingeschlossenen“ zu fördern.
An der gestrigen Initiative beteiligte sich auch der Bezirksrat von San Vito, der den Ärzten, Krankenschwestern, Künstlern und Patienten für ihr Fest die Räumlichkeiten des städtischen Freizeitzentrums „De Amicis“ zur Verfügung stellte. Vor dem Fest zogen jedoch alle durch die Straßen des Stadtzentrums bis zur Piazzale di San Giusto: vorne „Marco Cavallo“ auf einem Lastwagen und dahinter in Privatwagen oder Bussen die Protagonisten des Festes. Am Umzug, der von einer Musikkapelle begleitet wurde, nahmen 350 Patienten teil, zu denen sich etwa hundert Patienten aus der psychiatrischen Klinik von Gorizia gesellten.
In San Giusto wurde der Umzug bereits von mehreren hundert Menschen erwartet. Anschließend versammelten sich alle im Freizeitzentrum, wo viele Stunden lang gesungen und gespielt wurde und über alles geredet werden konnte. Auch Prof. Basaglia und seine Mitarbeiter waren dabei.
Beim Fest wurde auch ein Flugblatt verteilt, in dem im Namen der Krankenschwestern, Ärzte und Künstler des Krankenhauses die prekären Bedingungen der grundlegendsten Dienstleistungen innerhalb des Krankenhauses selbst und die schwierigen Arbeitsbedingungen der Krankenschwestern sowie „das Fehlen jeglicher realer Perspektiven (Arbeit, Wohnung, Lebensunterhalt) für die meisten Patienten“ angeprangert wurden.