Liebe Leser*innen
Hier finden Sie eine Sammlung internationaler und österreichischer Zeitungsartikel, die Einblicke in die Sprache, die Themen und die Herausforderungen rund um psychiatrischen Reformbewegungen bietet. Die Beiträge zeigen, wie unterschiedlich in verschiedenen Ländern über die Reform der Psychiatrie gesprochen und diskutiert wurde – und welche Begriffe und Denkmuster diese Debatten prägten. Aus Gründen der historischen Authentizität wurden sie sprachlich nicht verändert. Es ist zu berücksichtigen, dass einige der verwendeten Begriffe aus heutiger Sicht als überholt oder stigmatisierend gelten. Sie dienen jedoch der Dokumentation und dem Verständnis des damaligen Zeitgeists.
Zu den Entwicklungen in Österreich finden Sie im zweiten Teil eine Auswahl originaler Zeitungsartikel ab dem Jahr 1978. Sie dokumentieren, wie sich die öffentliche Wahrnehmung und mediale Darstellung der Psychiatrie im Laufe der Jahrzehnte verändert haben. In den frühen Beiträgen wird häufig in drastischem und teils reißerischem Ton über Missstände in psychiatrischen Einrichtungen berichtet. Die Berichterstattung übte Druck auf politische Entscheidungsträger*innen aus und trug zu Reformen auf in Wien bei. Mit der Zeit vollzieht sich ein Wandel in Sprache und Haltung: Begriffe, die in den 1970er-Jahren noch als selbstverständlich galten, verschwinden zunehmend aus dem öffentlichen Diskurs. Stattdessen etabliert sich ein sensiblerer, menschlicherer Sprachgebrauch – auch in den Medien. Dieser Wandel ist nicht nur sprachlich bemerkbar, sondern Ausdruck eines gesellschaftlichen Bewusstseinswandels hin zu Entstigmatisierung und Aufklärung über die Möglichkeiten zur Behandlung bei psychischer Erkrankung. Gleichzeitig zeigt sich, dass dieser Wandel nicht abgeschlossen ist – die kontinuierliche Sensibilisierung und Entstigmatisierung, auch in den Medien, bleibt eine laufende Aufgabe.
Artikel – International
Die Entleerung der Stationen
Neue Medikamente und Gerichtsverfahren führten zu Änderungen in der Politik der psychiatrischen Versorgung
Mental Illness And Mental Deficiency (Report)
debatiert am Montag, dem 8. Juli 1957
Heilen statt nur unterbringen
Behandlung psychisch Kranker in offenen Abteilungen
Das blaue Pferd der Freiheit
Italien schließt die letzten Psychiatrien. Eine Ortsbesichtigung in Triest
Mit „Marco Cavallo“ durch die Stadt
Das Fest der Patienten der Psychatrischen Klinik
Psychiatrie ohne Bewährung
Nur sechs Monate amtierte der reformfreudige Psychiatrie-Professor Horst Flegel als Chef der größten West-Berliner Nervenklinik. Auf Protest von Kollegen wurde der renommierte Mediziner entlassen.
Artikel – Österreich
Psychiatriereform: Der Wiener Weg als Vorbild
Seit fünf Jahren Psychosozialer Dienst
Die Räudigen Brüder
Suchtkranke in Steinhof: Patienten oder Delinquenten?
Offene Psychiatrie – so sieht der Wiener Weg aus
Vor fünf Jahren wurde die große Reform gestartet
Psychosozialer Dienst Wiens als Vorbild
Positive Psychiatriereform
Gesundheitsstadtrat Stacher: 1985 erstmals mit 45,1 % mehr freiwillige Aufnahmen als polizeiliche Einweisungen
Jeder 100. Wiener vom Psychosozialen Dienst betreut
Stacher: In fünf Jahren hat sich unsere Reform bewährt
Wien ist Vorbild für andere Länder
Seit fünf Jahren Psychosozialer Dienst
„Dezentralisierung“ der psychisch Kranken
Weniger Zwangseinweisungen
Wiener Psychiatriereform: Lob aus dem Ausland
Psychiatrie, die keine Angst macht
In die psychosozialen Stationen in Wiens Bezirken kommen die Patienten von selbst
Psychiatriereform in einem Beamtenstaat
In Wien wird die psychiatrische Versorgung neu organisiert
Therapiestationen – Netz für ganz Wien
Erfolgreiche Psychiatriereform wird fortgesetzt
Psychiatrie wird reformiert
Psychosoziale Station in Floridsdorf eröffnet
Die Irrenhäuser haben ausgedient
1. Psychosoziales Zentrum in Wien eröffnet
Keine Scheu vor Kranken
Man gewöhnt sich bereits an die psychosoziale Station
Floridsdorfer Premiere
Psychiatrie-Alternative ohne Zwangseinweisung
Die Psychiatrie geht endlich unter das Volk
Die Herren vom Steinhof
Pfleger in der Psychiatrie