AZ
8. Mai 1981
Therapiestationen – Netz für ganz Wien
Erfolgreiche Psychiatriereform wird fortgesetzt
AZ
8. Mai 1981
WIEN (AZ). In Hernals und Liesing entstehen neue psychosoziale Beratungsstellen, in Wieden wird eine Wohngemeinschaft für seelisch Kranke installiert, und in Landstraße und Alsergrund errichtet das Gesundheitsamt zwei zusätzliche Übergangsheime. Das beschlossen Donnerstag die zuständigen Gemeinderatsausschüsse. Die Erfahrungen mit derartigen Einrichtungen, die der ambulanten Betreuung von Menschen mit schweren seelischen Problemen dienen, seien sehr gut, meinte dazu Gesundheitsstadtrat Stacher, nun müsse man sicherstellen, daß solche Therapie- und Betreuungsmöglichkeiten in allen Regionen Wiens zur Verfügung stehen.
In vielen Ländern geht die psychiatrische Versorgung davon aus, Menschen mit seelischen Problemen von der Gesellschaft abzusondern und in Anstalten abzuschieben. Stellt der Kranke für die Umwelt jedoch keine Gefahr dar – wie dies etwa bei Menschen mit schweren Depressionen der Fall ist –, wäre ein „Wegsperren“ völlig unbegründet und damit inhuman, betonte der Gesundheitsstadtrat.
Weitere Artikel
Psychiatrie, die keine Angst macht
In die psychosozialen Stationen in Wiens Bezirken kommen die Patienten von selbst
Psychiatriereform in einem Beamtenstaat
In Wien wird die psychiatrische Versorgung neu organisiert
Weniger Zwangseinweisungen
Wiener Psychiatriereform: Lob aus dem Ausland