Positive Psychiatriereform

Gesundheitsstadtrat Stacher: 1985 erstmals mit 45,1 % mehr freiwillige Aufnahmen als polizeiliche Einweisungen

Positive Auswirkungen der Wiener Psychiatriereform: Im vergangenen Jahr gab es erstmals seit Bestehen des wie Psychiatrischen Krankenhauses Baumgartner Höhe mit 45,1 Prozent mehr freiwillige Aufnahmen als polizeiliche Einweisungen (42,6 Prozent). Im Vergleich dazu: 1978 lag der Anteil der freiwilligen Aufnahmen nur bei 17 Prozent. Dies gab Gesundheitsstadtrat Univ.-Prof. Dr. Alois Stacher Dienstag abend im Rahmen seiner Gesundheitspolitischen Presserunde bekannt. Laut Stacher wurden 1985 insgesamt 4632 Personen im Psychiatrischen Krankenhaus stationär behandelt. Dies bedeutet, daß pro Jahr von 1000 Wienern etwa drei aufgenommen werden.

Im Palais Palffy wird gegenwärtig eine Sozialpsychiatrische Woche abgehalten, bei der sich in- und ausländische Experten mit aktuellen Psychiatriefragen wie Anwendung von Psychopharmaka, Rechtsstellung psychisch Kranker und Probleme älterer verwirrter Patienten befassen.

Stacher kündigte auch an, daß der Psychosoziale Dienst in Wien heuer erstmals die Aktion „Urlaub für pflegende Angehörige“ durchführen wird. Im Rahmen dieser neuen Aktion soll nunmehr die Möglichkeit bestehen, daß der kranke Angehörige für die Zeit des Urlaubes in ein Heim mit durchgehender Betreuung aufgenommen wird. Die Kosten dafür betragen 350 S pro Tag, gestaffelte Beiträge bzw. völlige Beitragsbefreiung bei Mittellosigkeit sind möglich. Nähere Auskünfte unter der Telefonnummer 31 97 56.