Wien ist Vorbild für andere Länder

Seit fünf Jahren Psychosozialer Dienst

Zum viel beachteten Modell für andere Länder und Städte ist die ,,Wiener Psychiatriereform“ geworden, die es bisher mehr als 1500 psychisch Kranken ermöglicht hat, aus dem Krankenhaus entlassen zu werden. Die Zahl der Zwangseinweisungen ist radikal zurückgegangen. Voraussetzung für die Reform war die Einrichtung eines umfassenden Psychosozialen Dienstes, der nunmehr seit fünf Jahren besteht.

Im Rahmen eines Festaktes anläßlich dieses Jubiläums kündigte Bürgermeister Dr. Zilk einen eigenen Förderungspreis für Medienberichte an, die dazu beitragen, Vorurteile über psychisch Erkrankte abzubauen. Der mit 25.000 S – gemeinsam mit der „Z“ – dotierte „Michael-Viszanik-Preis“ wird jährlich vergeben werden.

Michael Viszanik war jener Mann, der 1839 die Patienten des legendären ,,Narrenturms“ im alten AKH von ihren Ketten befreit hat. ,,Die modernen Ketten unserer Zeit bestehen sehr oft aus Vorurteilen auf Grund unzureichender und unrichtiger Information“, erklärte dazu der Bürgermeister.

Gesundheitsstadtrat Univ.-Prof. Dr. Stacher gab einen Überblick über die Tätigkeit des Psychosozialen Dienstes: Es konnten in Wien acht regionale 
Behandlungs- und Betreuungsstationen eingerichtet werden, die über Tageskliniken, Heim- und Werkstättenplätze verfügen. Seit Bestehen dieser Einrichtungen wurden sie von mehr als 15.000 Wienern in Anspruch genommen.